Yogyakarta principles "have put engagement with the UN on a totally different footing" / “Die Prinzipien haben die Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen auf eine andere Ebene gehoben”

Yogyakarta principles “have put engagement with the UN on a totally different footing” / “Die Prinzipien haben die Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen auf eine andere Ebene gehoben”

ENGLISH VERSION BELOW
10 Jahre nach der Ausarbeitung der Yogyakarta-Prinzipien, der „Prinzipien zur Anwendung der Menschenrechte in Bezug auf die sexuelle Orientierung und die geschlechtliche Identität“, spricht Caroline Ausserer mit Maxim Anmeghichean, einem der daran beteiligten Expert_innen.

Caroline Ausserer: Sie gehörten zum Team von Menschenrechtsexpert_innen, die im November 2006 an der Gadjah-Mada-Universität in Yogyakarta, Indonesien, die Yogyakarta-Prinzipien ausgearbeitet haben. Können Sie uns mehr über die Geschichte der Yogyakarta-Prinzipien (YYP) erzählen und wie es zu diesem Treffen gekommen ist? Wie entstand die Idee, diese Prinzipien zu schaffen? Was waren die Hauptgründe dafür?

Maxim Anmeghichean: Ich war sehr jung zu der Zeit, gerade Mitte 20 und ich wusste nichts über diese Prinzipien. Erst als der gesamte Prozess vorbei war, wurde mir klar, worum es ging. Damals wollten sie einen jungen Aktivisten aus Osteuropa, somit habe ich ein paar der Anforderungen in Bezug auf Repräsentation erfüllt. Ich wusste, dass es sich dabei um ein Treffen von herausragenden Expert_innen und Aktivist_innen handeln würde mit dem Ziel eine Menschenrechtsagenda für die LGBTI-Bewegung im globalen Süden zu erstellen.

Es gab schon verschiedene dieser Agendas in unterschiedlichen Teilen Europas, in den Vereinigten Staaten, auf der Ebene der Nationalstaaten, aber es gab noch keine globale Agenda, die die Forderungen der Bewegung für LGBTI Rechte in einer Menschenrechtssprache artikuliert, denn das war das Hauptziel des Treffens. Es bestand die Hoffnung, dass sobald diese Prinzipien geschaffen und klar formuliert werden, die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen zwischenstaatlichen Organisationen wie den Vereinten Nationen leichter werden würde.


Maxim Anmeghichean ist als Programmmitarbeiter bei der Open Society Human Rights Initiative verantwortlich für Spenden und Anwaltschaftsprogramme für LGBTI-Gruppen in Entwicklungsländern.

Davor arbeitete er in Brüssel als Direktor von ILGA-Europe und entwickelte und implementierte Anwaltschafts- und Fundraisingstrategien, um LGBTI-Rechte in Osteuropa sowie vor der OSZE, dem Europarat und der Europäischen Union zu fördern. Er ist Gründer und Geschäftsführer von GenderDoc-M, der ersten LGBTI-Organisation in Moldawien.

Anmeghichean hat an der Moldovan State University studiert und zudem einen Masterabschluss in “Cultures and development studies” von der Katholischen Universität Löwen, Niederlande. (Urheber/in: Open Society Foundations. All rights reserved.)


Sie wurden als Aktivist aus Moldawien eingeladen. Wie würden Sie Ihre Rolle während des Treffens beschreiben? Worin lagen die Schwierigkeiten und Herausforderungen bei der Ausarbeitung der YYP?

Ich war gerade zu ILGA-Europe gekommen, aber ich glaube sie haben mich wegen meiner Erfahrung als moldawischer Aktivist eingeladen und auch in meiner Rolle als Program Director bei ILGA-Europe. Einige waren langjährige Expert_innen; eine Person, Elizabeth Evatt, war sogar Eleanor Roosevelts Assistentin in der Zeit als die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet wurde. Ich brauchte etwas Zeit bis ich mir Gehör verschaffen konnte in einem Raum voller Menschen mit Jahrzehnten an Erfahrung im Einsatz um Gleichberechtigung für LGBTI-Personen.

Ich glaube etwa mitten im Treffen habe ich begonnen aktiv zur Sprache der Prinzipien beizutragen. Meine Rolle sah ich nicht darin, eine Region oder eine spezielle Generation der Bewegung zu repräsentieren, sondern darin etwas zu den Zielen des Treffens beizutragen, welche darin bestanden eine LGBTI-Rechte-Agenda in einer Menschenrechtssprache zu verfassen.

Was bedeutete die endgültige Fassung der YYP in dieser Phase des LGBTI-Aktivismus – wurde sie als Eckstein und historische Leistung der Bewegung betrachtet, die die Sache unterstützte, oder hat es Kritik und Kontroversen gegeben?

Wenn ich jetzt zurückblicke, dann würde ich sagen, es war ein Eckstein und eine historische Leistung. Einige Bereiche, z.B. jene um sexuelle Orientierung, waren einfacher zu formulieren, aber einige, insbesondere zu Geschlechtsidentität und Geschlechtsausdruck waren besonders knifflig. Zu jener Zeit war die Trans*-Bewegung selbst noch sehr klein und es gab interne Kämpfe darum, was die geeignete Sprache sein könnte um die notwendige Arbeit zu beschreiben, die es brauchte um Transgender-Gleichberechtigung voranzubringen. Schon allein das war ein Meilenstein.

Einige wollten, dass diese Teile zukunftsgewandter und innovativer wären; sie dachten sie wären eher eine Wiederholung der Allgemeinen Erklärung. Bei allen Prinzipien begannen wir zunächst mit unserer eigenen Sprache, doch je mehr wir über die Sprache diskutierten, desto ähnlicher wurde sie der Ausdrucksweise der Allgemeinen Erklärung, denn diese Formulierung war einfach besser.

War es nicht von Beginn an klar, welche Sprache verwendet werden sollte? Wenn man sich die Prinzipien genau ansieht, finde ich es erstaunlich, dass LGBTI gar nicht genannt ist.

Das war eine weitere umfangreiche Diskussion, dabei ging es um die kulturelle Sensibilität bezüglich der Begriffe. Es war eine globale Übung, die zum ersten Mal stattfand; es war ein Ausdruck der gesamten Bewegung. Wir haben sehr viel Zeit damit verbracht, darüber zu diskutieren, wie wir über die Themen sprechen können, wie wir sie im Dokument benennen, damit sie der breitest möglichen kulturellen, sozialen und rechtlichen Bandbreite zusagen. Es gibt auch einiges an Erklärung in der Einleitung und der Präambel zu den Prinzipien; wir haben versucht wirklich sensibel mit den Themen umzugehen.

Damit es auf alle anwendbar ist?

Menschen aus der LGBTI Community sind sehr spezifisch in ihren Identitäten, und diese Identitäten sind zunächst im Kontext der westlichen Kultur zu sehen. Doch es gibt viele weitere Praktiken, Verhaltens- und Lebensweisen, die diese sehr spezifischen Identitäten überschreiten und die inzwischen auch recht starre Definitionen aufweisen.

Wenn Sie auf die zehn Jahre zurückblicken, seitdem die Yogyakarta Prinzipien formuliert wurden, welche Auswirkungen haben die Prinzipien global und speziell in Ihrer Region gehabt?

Ich glaube, sie hatten viel mehr Auswirkungen als ich zu jener Zeit als sie entwickelt wurden, dachte. Vielleicht waren ihre Auswirkung in Europa etwas geringer als anderswo, da es eine „fortgeschrittenere“ Region ist. Ich glaube auch, dass sie z.B. in den Vereinigten Staaten von Amerika innenpolitisch keine bedeutungsvolle Auswirkung hatten, denn auch hier hatte sich schon eine Bewegung gebildet, die ihre Interessen bereits artikulierte.

Vielmehr glaube ich, dass es eine unglaublich brauchbare Übung für Aktivist_innen vom globalen Süden und Orten wie Osteuropa, Südkaukasus, Zentralasien und anderen Regionen der ehemaligen Sowjetunion war, dort waren die Bewegungen noch jünger. Für große Teile des globalen Südens waren diese Prinzipien wirklich wichtig, damit konnten sie mit internationalen und regionalen Menschenrechtsorganen zusammenarbeiten.

Die Prinzipien haben die Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen auf eine andere Ebene gehoben. Sie haben auch vielen Menschen dabei geholfen zu verstehen was wir als Bewegung wollen. Sie haben eine wichtige Rolle bei der Organisation der Amerikanischen Staaten, bei regionalen Menschenrechtsorganen wie dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gespielt. Es gibt Verweise auf die Prinzipien in offiziellen Dokumenten der Europäischen Union, des Europarats, der Vereinten Nationen, aber auch der US-Regierung im Bereich Außenpolitik und von internationalen  Entwicklungsorganisationen.

Die Geschichte unserer Bewegung ist noch kurz, sie fühlt sich länger an als sie eigentlich ist. Zehn  Jahre mögen als lange Zeit gelten, aber es ist nicht lange. In vielen anderen Bewegungen, wie der Frauenrechtsbewegung beispielsweise, ist während der letzten zehn Jahre nicht so viel passiert wie in der Bewegung für LGBTI-Rechte.

Wir mögen glauben, dass es natürlich so gekommen ist, dass alle uns als Menschenrechtsbewegung anerkannt haben, aber so war es nicht. Während dieses Prozesses haben die Yogyakarta Prinzipien eine wichtige Rolle gespielt, sie haben ein Argument, ein Instrument, ein Werkzeug geliefert für all jene, die LGBTI-Rechte unterstützen wollten und die in Entscheidungspositionen waren oder die die nötigen Ressourcen hatten, dies zu tun.

Ist Ihnen bekannt, ob sie als politisches Instrument eingesetzt werden, z.B. von LGBTI-Aktivist_innen in Ihrer Region? Welche Form nimmt dies an?

In Osteuropa sind sie eine Art Bibel. Werden sie jeden Tag verwendet? Nein. Bringen sie dich zum Beten? Nein. Liest du gelegentlich darin um dich zu inspirieren? Ja. Liest du die Kapitel zehn Mal und findest du eine unterschiedliche Bedeutung in ihnen? Ja. Dies ist der beste Beweis für ihre Widerstandskraft; sie liegen deiner Arbeit und deinen strategischen Prioritäten zugrunde, sie ermöglichen, dass wir uns unseren Ansprechpartner_innen, Interessensgruppen und Entscheidungsträger_innen gegenüber besser ausdrücken können. In meiner Region in Osteuropa wurden sie in lokale Sprachen übersetzt und den Regierungsorganen und Ministerien geschickt. Dies stellte die Basis des Engagements der Regierungsdelegationen bei den Vereinten Nationen und beim Europarat dar und half deren Position zu verändern.

Kritiker_innen der YYP haben auf Folgendes hingewiesen: obwohl die Prinzipien verbindliche internationale Rechtsnormen interpretieren, ist das Dokument selbst nicht rechtlich verbindlich, und auch heute richten sich nur sehr wenige Staaten danach. Wie reagieren Sie auf diese Kritik?

Es war für die Bewegung wichtig zusammenzukommen und zu sagen, was die Bewegung sagen will ohne Einmischung von außen. Mitzubestimmen, wie all diese Menschenrechte auf uns angewandt werden ist ein Prozess der sich davon unterscheidet, ein rechtlich bindendes Dokument zu schaffen. Es gab einige Fälle, in denen die Prinzipien ratifiziert wurden oder angenommen von Parlamenten und Regierungen. Einige internationale Institutionen, inklusive die Europäische Union selbst, haben auch die Prinzipien bekräftigt. Ein bindendes Dokument, dem Staaten entsprechen müssen, hätte inhaltlich anders gestaltet werden müssen.

Fänden Sie eine Aktualisierung der Prinzipien sinnvoll? Mauro Cabral und Stephen Whittle – meine beiden letzten Interviewpartner – unterstützen eine Intersex- oder Körper-Version der Prinzipien. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Ja – vor allem in Bezug darauf ob die Integration von Inter* oder Geschlechtsidentität und -ausdruck verbessert werden könnte auf der Basis unseres heutigen Wissensstandes bzw. des Stands der Bewegung, die sich ja weiterentwickelt hat.

Jetzt haben wir Argentinien, Großbritannien, Spanien, Bolivien und hoffentlich bald Chile – es gibt so viele Orte zu denen wir schauen und von denen wir lernen können. Wie wir über Geschlechtsidentität und -ausdruck reden, orientiert sich inzwischen viel weniger an medizinischen Diskursen und mehr am Menschenrechtsdiskurs. Doch mir gefällt die Idee alles in einem Dokument zusammenzuhalten. Ich wäre gerne an einer Diskussion darüber dabei, ob es ein separates Dokument zu Inter* und Geschlechtsidentität geben soll oder ob es Teil von den Yogyakarta Prinzipien werden soll. Vielleicht macht letzteres mehr Sinn.

Vielen Dank für das Gespräch.

Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons Lizenz.
(Veröffentlicht am 30.11.2016 auf der Webseite der Heinrich-Böll Webseite, Link)

ENGLISH VERSION

Maxim Anmeghichean: “The principles have put engagement with the UN on a totally different footing”

by
Equality Parade in WarsawEquality Parade in Warsaw 2011. Creator: Magic Madzik. Creative Commons License LogoThis image is licensed under Creative Commons License.

Ten years after the creation of the Yogyakarta Principles, “Principles on the Application of International Human Rights Law in Relation to Sexual Orientation and Gender Identity”, Caroline Ausserer speaks with Maxim Anmeghichean, one of the experts that elaborated them.

Caroline Ausserer: You were part of the team of human rights experts who elaborated the Yogyakarta Principles at Gadjah Mada University in Yogyakarta, Indonesia, in November 2006. Could you tell us more about the history of the Yogyakarta Principles and how this meeting came about? How did the idea to create these principles originate? And what were the main reasons behind the initiative?

Maxim Anmeghichean: I was very young at the time, just in my mid-twenties, and I did not know about these principles. It was only after the process was over that I really understood what it was all about. But at the time they wanted a young activist in the room, somebody from Eastern Europe. So I ticked some of the boxes in terms of representation. I knew it was going to be a meeting of distinguished experts and activists basically aimed at coming up with a human rights agenda for the LGBTI rights movement in the global South. Various agendas already existed in different parts of Europe, in the United States, at the nation-state level, but a global agenda that articulates the demands of the LGBTI rights movement in the human rights language, that was really the main goal of meeting. And there was the hope that once these principles were established and articulated, it would be easier to work with various intergovernmental organizations like the UN.


Maxim Anmeghichean is a program officer with the Open Society Human Rights Initiative, where he manages grantmaking and advocacy programs for LGBTI groups in the developing world.

Previously, Anmeghichean worked in Brussels as the programs director for ILGA-Europe, where he developed and implemented the organization’s advocacy and fundraising strategies to advance LGBTI rights in Eastern Europe and before the Organization for Security and Cooperation in Europe, Council of Europe, and the European Union. He is also the founding executive director of GenderDoc-M, Moldova’s first LGBTI organization.

He is a graduate of the Moldovan State University and also holds a MS in cultures and development studies from the Catholic University of Leuven. (Creator: Open Society Foundations. All rights reserved.)


You were invited as an activist from Moldova. How would you characterize your role during the meeting? What were the difficulties and challenges of elaborating the Yogyakarta Principles?

I’d just joined ILGA-Europe, but I think they invited me because of my experience as a Moldovan activist and because of the role I played at ILGA-Europe as Program Director. Some in the room had been experts for many years. One person, Elizabeth Evatt, was Eleanor Roosevelt’s assistant during the period when the Universal Declaration of Human Rights was being adopted. So for me it took some time to find my voice in a room full of people with decades of experience advocating for LGBTI equality. I think half way through I did find my voice and started to actively contribute to the language of the principles. I didn’t see my role as representing a region or a particular generation in the movement. I saw my role as contributing to the goals of the meeting, which were to articulate an LGBTI rights agenda in human rights language.

What did the finalized principles mean at this stage of LGBTI activism? Were they regarded as a cornerstone and historic achievement of the movement or were there criticisms and controversies?

Now looking back, I’d say it was a cornerstone, it was a historic achievement. Some of the LGBTI rights stuff, such as the sexual orientation stuff, was easier to articulate, but some of the articulations regarding gender identity and expression were especially thorny. At that time the trans movement itself was very small, and there were some internal fights about what would be the right language to describe the work needed to advance transgender equality. That was also quite a cornerstone in itself. Some people wanted those parts to be more forward-looking, more cutting-edge, and thought they were more of an iteration of the Universal Declaration. All of these principles started off with language that was our own. And as we discussed the language, they got closer and closer to the wording of the Universal Declaration, because that wording was better.

Wasn’t it clear from the beginning that this language should be used? If you look at it closely, the most striking point for me is that LGBTI is not even mentioned.

That was another big discussion, which involved the cultural sensitivity around the terms. This is a global exercise that was happening for the first time. It was an articulation for the entire movement. And the amount of time we went back and forth about how to even talk about the issues, how to name them in the document so that they would appeal to the widest possible cultural, social, and legal spectrum – that was big and we spent a lot of time on it. There is also quite a bit of explanation in the introduction and the preamble to the principles; we tried to be really sensitive about those issues.

So that it applies to everybody?

People from the LGBTI community are very identity-specific, and those identities are first of all more specific in the context of Western culture. And there are a lot more practices, behaviors, and lifestyles that go beyond the very specific identities that also have by now fairly rigid definitions.

Looking back at the ten years that have passed since the Yogyakarta Principles were drafted, what kind of impact have they had globally and specifically in your region?

I think they’ve had a lot more impact than I thought they would when they were being developed. The principles have perhaps had a bit less of an immediate impact in Europe than they’ve had in other places because it was a more “advanced” region. I also don’t think that they’ve had any significant impact, say, in the United States domestically, because again the articulation had already happened. I do think however that it was an incredible useful exercise for activists from the global South and places like Eastern Europe, the South Caucasus, Central Asia, and other regions of the former USSR, where the movements were younger.

For big parts of the global South these principles were really important so we’ve seen them engage with international and regional human rights bodies. The principles have put engagement with the UN on a totally different footing; they’ve also helped a lot of people to understand what we want as a movement. They’ve played an important role at the Organization of American States, at regional human rights organs like the European Court of Human Rights. There are references to the principles in the European Union’s official documents, in the Council of Europe’s official documents, in the UN, but also by the US government on the foreign policy front and by international development agencies.

Our movement’s history is still short, and it feels longer than it actually is. We feel ten years is a long time ago, but it actually isn’t. In many other movements, like the women’s rights movement, not as much has happened during these ten years as in the LGBTI rights movement.

We may think it happened naturally that everybody recognized us as a human rights movement, but it didn’t. Throughout this process the Yogyakarta Principles played an important role; they provided an argument, an instrument, a tool to all those who wanted to support LGBTI rights and were in the position of power or wealth to do so.

Are you aware if the principles have been used as a political instrument by LGBTI activists in your region? If so, what form has this taken?

In Eastern Europe they are kind of a bible. Are they are used every day? No. Do they lead you to pray? No. Do you occasionally read them to get inspired? Yes. Do you read the chapter ten times over and find a different meaning in it? Yes. That is the best testament to their resilience; they just invisibly inform our work, inform our strategic priorities, and enable us to articulate better to our constituency, to stakeholders, to policy makers what we actually do. In my region in Eastern Europe people have translated them into the local language and sent them to government agencies and ministries. This has been the basis of engagement for the government’s delegations at the UN and at the Council of Europe, and has helped shift their position.

Critics of the Yogyakarta Principles have raised the point that while the principles interpret binding international legal standards, the document itself is not legally binding and there are still very few states that comply with it. How do you react to this criticism?

It was important for the movement to get together and to say what the movement wanted to say without outside interference. Having a say on how of all of these human rights apply to us is a different process than creating a legally binding document. There have been some cases where the principles have been ratified or endorsed by parliaments and governments. Several international institutions, including the European Union itself, have also endorsed the principles. A binding document for states to comply with would have been different in content.

Do you think an update of the principles would be useful? Mauro Cabral and Stephen Whittle – my former interviewees – expressed support for an intersex or body version of the principles.

Yes – especially in terms of whether the articulation of intersex or gender identity and expression could be improved based on what we know now or how the movement has become more sophisticated. Now we have Argentina, the United Kingdom, Spain, Bolivia, and hopefully soon Chile – there are so many places that we can look at and learn from. And how we talk about gender identity and expression can also be much less oriented on medical issues and much more on human rights. But I like the idea of keeping everything together in one document. I’d love to be part of a one-day discussion on whether the intersex and gender identities should have separate documents or whether they should remain in the Yogyakarta Principles. Probably the latter makes more sense.

Thank you for the interview.

This interivew is part of our Focus on human rights for LGBTI people: Ten years of the Yogyakarta Principles.

Creative Commons Lizenzvertrag This article is licensed under Creative Commons License.
(Veröffentlicht auf der Webseite der Heinrich-Böll-Stiftung im November 2016, Link)